Varroa-Inventur

Ges­tern war der Schie­ber 3 Tage unter der Beu­te (sie­he auch Mitt­som­mer Inven­tur). Damit war es Zeit, die gefal­le­nen Var­roa-Mil­ben zu zäh­len. Ich ahn­te ja schon nichts gutes, denn der Able­ger war ja im Mai unbe­han­delt zu mir gekom­men. Die Mil­ben hat­ten damit alle Zeit der Welt, um sich unge­stört zu vermehren.

Die Zäh­lung war nicht so ein­fach, weil man die Var­roa-Mil­ben sehr leicht mit Wachs­stück­chen oder ande­rem Abfall ähn­li­cher Grö­ße ver­wech­seln kann. Aber mit etwas Übung kann man sie an der gleich­mä­ßig ova­len Form, der Grö­ße von gut 1mm Durch­mes­ser, der leich­ten Wöl­bung des Kör­pers und den win­zi­gen Füh­lern oder Bei­nen an einer Längs­sei­te erken­nen. Die Far­be reicht von Dun­kel­braun bei tot abge­fal­le­nen Exem­pla­ren bis zu hel­lem, halb­trans­pa­ren­ten Ocker bei jün­ge­ren Milben.

Ins­ge­samt waren nach drei Tagen 145 Mil­ben gefal­len. Das sind also etwa 48 pro Tag. Laut Lie­big [1] ist bei mehr als 10 Mil­ben täg­lich eine bal­di­ge Behand­lung nötig. Bei mehr als 50 Mil­ben pro Tag muss sofort behan­delt wer­den — ich bin also hart an die­ser Gren­ze. Da die Wet­ter­pro­gno­se aber bis zum Wochen­en­de noch um die 30 Grad Höchst­tem­pe­ra­tur vor­her­sagt, wer­de ich damit noch bis zum Anfang nächs­ter Woche warten.

Improvisierter Verdunster

improvisierter Verdunster zur Varroa-Behandlung
impro­vi­sier­ter Verdunster

Bis dahin wird die bestell­te Milch­säu­re und der Ver­duns­ter wahr­schein­lich noch nicht ange­kom­men sein. Daher habe ich mit einem alten Dosier­fläsch­chen, einem Hal­ter aus Holz­res­ten, einem Lie­big-Docht und einem Tel­ler einen Ver­duns­ter impro­vi­siert, der dann am Mon­tag zum Ein­satz kom­men wird.

Zur Var­roa-Behand­lung stel­le ich auf den obe­ren Brut­raum eine Leerz­ar­ge. Den Ver­duns­ter plat­zie­re ich auf die Rähm­chen des Brut­raums. Die Fla­sche set­ze ich geöff­net so ein, dass die Tropf­öff­nung auf dem Docht auf­liegt. Die Zar­ge ver­schlie­ße ich dann mit Folie und Deckel und set­ze den Boden­schie­ber ein. So blei­ben die Milch­säu­re­düns­te mög­lichst lan­ge im Stock.

Bei 20 bis 25°C sol­len dann bei geschlos­se­nem Schie­ber inner­halb weni­ger Tage etwa 140 Mil­li­li­ter 60%ige Amei­sen­säu­re gleich­mä­ßig ver­duns­ten und für einen mas­si­ven Mil­ben­ab­fall sor­gen. Beim Aus­zäh­len der Mil­ben auf dem Schie­ber kann der Erfolg kon­trol­liert werden.

Eine drit­te Kon­trol­le des Mil­ben­ab­falls zwei Wochen nach der Behand­lung soll­te dann den Erfolg anzei­gen. Im Ide­al­fall fällt kei­ne oder maxi­mal eine Mil­be pro Tag. Nur dann kön­nen im August und Sep­tem­ber noch genug gesun­de Win­ter­bie­nen schlüpfen.


[1] Dr. Lie­big: Ein­fach Imkern, 3. Auf­la­ge 2011, Sei­te 85

Mittsommer-Inventur

Heu­te woll­te ich es ganz genau wis­sen: wie vie­le Bie­nen hat mein Able­ger inzwi­schen? Wie viel Brut wird dem­nächst noch schlüp­fen? Und natür­lich: wie­viel Honig und Pol­len sind ein­ge­la­gert? Eine Inven­tur steht an.

Man kommt nicht umhin, dafür den Stock zu öff­nen und für alle Zar­gen jedes Rähm­chen zu zie­hen. Aller­dings muss man nicht jede ein­zel­ne Bie­ne, Brut- und Fut­ter­zel­le zäh­len, son­dern kann das mit der Lie­be­fel­der Schätz­me­tho­de [1] recht ein­fach und genau abschätzen.

Die Liebefelder Schätzmethode

Dazu teilt man das Rähm­chen im Geis­te in acht glei­che Tei­le (man kann auch ein mit Gum­mis in acht Tei­le geteil­tes Hilfs­rähm­chen auf­le­gen) und schätzt jeweils für bei­de Sei­ten, wie vie­le Ach­tel der Flä­che mit Bie­nen besetzt und wie­vie­le mit Brut- oder Fut­ter­zel­len belegt sind.

Die­se Zah­len notiert man sich für jede Rähm­chen­sei­te. Die Nume­rie­rung der Sei­ten folgt fol­gen­dem Schema:

Numerierungsschema der Rähmchen
Abbil­dung 1: Nume­rie­rungs­sche­ma der Rähmchen

Die Schät­zung kann man sich für jede Zar­ge in eine Tabel­le wie die fol­gen­de eintragen:

Inventur einer Zarge
Abbil­dung 2: Inven­tur einer Zarge

Eine voll mit Bie­nen besetz­te Rähm­chen­sei­te zählt etwa 1.000 Bie­nen, ein Ach­tel also etwa 125. Eine Mit­tel­wand­sei­te kann etwa 3.200 Arbei­te­rin­nen­zel­len auf­neh­men, auf einem Ach­ten sind es also etwa 400. Und ein voll beleg­tes Honi­grähm­chen wiegt pro Sei­te etwa ein Kilo­gramm, das macht 125g Honig je Achtel.

Ergebnis der Inventur

Hat man alle Rähm­chen­sei­ten geschätzt, mul­ti­pli­ziert man die ermit­tel­ten Ach­tel ein­fach für Bie­nen mit 125, für Brut­zel­len mit 400 und für Honig mit 125g und erhält somit die Gesamt­bi­lanz. Die Wer­te aller Zar­gen eines Vol­kes addiert man am Ende.

Bei mei­nem Able­ger, der immer noch nur zwei Brut­räu­me belegt und kei­nen Honig­raum trägt, sah das Ergeb­nis fol­gen­der­ma­ßen aus:

Gesamtergebnis der Inventur
Abbil­dung 3: Gesamt­er­geb­nis der Inventur

Das Volk ist mit etwa 17.000 Bie­nen, die zum größ­ten Teil noch im unte­ren Brut­raum sit­zen, schon recht stark, und aus den über 25.000 Brut­zel­len soll­ten auch noch genü­gend Bie­nen schlüp­fen, um stark in den Win­ter zu kom­men. Besorg­nis­er­re­gend ist aller­dings der Fut­ter­vor­rat: nur knapp 3 Kilo­gramm Honig sind doch sehr wenig und rei­chen kei­nes­falls ais Win­ter­re­ser­ve. Der Honig­vor­rat ist aller­dings sehr vor­sich­tig geschätzt, weil ich nicht alle unver­de­ckel­ten Honig­zel­len mit­ge­zählt habe.

Für die nächs­te Woche ist noch ein­mal war­mes, tro­cke­nes Wet­ter vor­her­ge­sagt, und mein Gar­ten gibt mit Blü­ten von Senf, Phace­lia, Son­nen­blu­men und diver­sen Kräu­tern und Gemü­sen  noch eini­ges an Fut­ter her. Daher will ich nicht sofort auf­füt­tern. Ich muss den Fut­ter­vor­rat aber genau im Auge behal­ten, um nicht zu ris­kie­ren, dass aus Fut­ter­man­gel eine Brut­pau­se einsetzt.

Die Varroa-Behandlung vorbereiten

Nach Ende der Inven­tur habe ich die Boden­schub­la­de ein­ge­setzt, um in drei Tagen den Var­ro­afall beur­tei­len zu kön­nen. Das küh­le Wet­ter des Wochen­en­des ist dazu die bes­te Gele­gen­heit. Die Ober­flä­che des Ein­schubs habe ich dünn mit Spei­se­öl bestri­chen, damit die Mil­ben bes­ser haf­ten blei­ben und nicht z. B. von Amei­sen fort­ge­schleppt wer­den können.

Dass es die­ses Jaht noch nichts mit eige­nem Honig wird, ist jetzt ganz sicher. Die Chan­cen, ein star­kes Volk ein- und gesund wie­der aus­zu­win­tern ste­hen aber sehr gut.


[1] Lie­be­fel­der Schätz­me­tho­de im Bie­nen­jour­nal vom 20.10.2016


Die Kal­ku­la­ti­ons­map­pe, die ich zur Inven­tur benutzt habe, könnt ihr euch gern für Libre­Of­fice oder Micro­soft Office hier herunterladen:

Honigraum oder nicht?

Nach­dem das Wet­ter mich eini­ge Tage von der nächs­ten Durch­sicht abge­hal­ten hat, klapp­te es heu­te mor­gen in der Pau­se zwi­schen zwei Regen­schau­ern end­lich. Kann ich jetzt doch noch den Honig­raum aufsetzen?

In den letz­ten Tagen war teil­wei­se wirk­lich viel Betrieb vor dem Flug­loch, und als ich ges­tern eini­ge Bie­nen ster­zeln sah, hat­te ich schon Angst, dass even­tu­ell doch ein Schwarm abge­gan­gen sein könn­te. Im Gar­ten war aber nichts zu entdecken.

Nach dem Abhe­ben des Deckels gab es aber dann Ent­war­nung: der obe­re Brut­raum war nur etwa zur Hälf­te aus­ge­baut, und zwar kom­plett mit Honig­wa­ben. Die jeweils zwei äuße­ren Waben hat­ten noch völ­lig lee­re Mit­tel­wän­de. Die 3–4 fast vol­len Honig­wa­ben in der Mit­te waren noch nicht verdeckelt.

Im unte­ren Brut­raum waren prak­tisch nur die 5 Rähm­chen mit Brut belegt, die ich schon als Able­ger bekom­men hat­te (damals waren das 2 Brut-, eine Pol­len- und zwei Honig­wa­ben). Dazu waren unten noch eini­ge Honig- und Pol­len­wa­ben und zwei lee­re Mit­tel­wän­de außen zu sehen. Die Gas­sen zwi­schen den beleg­ten Waben waren dicht vol­ler Bienen.

Scha­de, in die­sem Zustand lohnt das Auf­set­zen des Honig­raums nicht — also doch kei­ne Ern­te die­se Jahr. Even­tu­ell kann man ja ein paar der Honig­wa­ben aus dem obe­ren Brut­raum schleu­dern, wenn sie brut­frei sind und genug Fut­ter da ist. Bes­ser wird es aber wohl sein, die über­zäh­li­gen Honig­wa­ben als Not­fut­ter bis zum nächs­ten Früh­jahr aufzuheben.

In der Auf­re­gung habe ich ver­ges­sen, nach fri­scher Brut und Wei­sel­zel­len zu suchen — ärger­lich! So kann ich nur hof­fen, dass die Köni­gin flei­ßig am Legen ist und das Volk kei­ne Ver­an­las­sung hat, Köni­gin­nen nach­zu­zie­hen und viel­leicht sogar zu schwär­men. Am feh­len­den Platz kann es jeden­falls nicht liegen.

Trachtpflanze Endivien?

Vie­le wer­den mit ihrem Salat nie die­ses Sta­di­um erle­ben. Unse­re Endi­vi­en-Pflänz­chen haben wir letz­tes Jahr nicht mehr abern­ten kön­nen, und so über­win­ter­ten sie uner­war­te­ter Wei­se fast komplett.

Auch die­ses Jahr haben wir sie kaum geern­tet, weil die Blät­ter doch schon etwas zäh und bit­ter waren. So konn­ten sie aus­wach­sen und schließ­lich Unmen­gen von Blü­ten bil­den. Die an Korn­blu­men erin­nern­den blau­en Blü­ten öff­nen sich am frü­hen Mor­gen und sind zur Mit­tags­hit­ze schon wie­der verschlossen.

Die Bie­nen schei­nen die Blü­ten zu lie­ben, denn an ihnen konn­te ich das ers­te mal im eige­nen Gar­ten Unmen­gen von Bie­nen ent­de­cken — alle ande­ren Blü­ten haben sie bis­her mehr oder weni­ger ignoriert.

Wäh­rend die moder­ne Imker­li­te­ra­tur nichts über Endi­vi­en ver­lau­ten lässt, schrieb schon das 1805 in Frank­furt erschie­ne­ne “All­ge­mei­nes theo­re­tisch-prak­ti­sches Wör­ter­buch über die Bie­nen und die Bie­nen­zucht” folgendes:

Buchausriss über Endivien

Haben wir also eine alt­be­kann­te, aber in Ver­ges­sen­heit gera­te­ne Bie­nen­tracht wiederentdeckt?

Zweite Durchsicht

Ja, ich weiß, als Anfän­ger öff­net man die Beu­te viel zu oft und hält die Bie­nen nur von ihrer Arbeit ab. Deut­lich war das auch bei mei­ner zwei­ten Durch­sicht Heu­te Nach­mit­tag zu sehen. Vor dem Öff­nen gab es noch dich­tes Gewu­sel vor dem Flug­loch. Danach war für den Rest des Tages nur noch ganz wenig Flugverkehr.

Trotz­dem woll­te ich unbe­dingt wis­sen, wie der zwei­te Brut­raum ange­nom­men wird und ob ich even­tu­ell sogar bald den Honig­raum auf­set­zen kann.

Lei­der wur­de ich ent­täuscht. Der obe­re Brut­raum war gut eine Woche nach dem Auf­setz­ten kaum ver­än­dert. Man­gels aus­ge­bau­ter Waben hat­te ihn ja kom­plett mit Mit­tel­wän­den aus­ge­stat­tet. Nur direkt über dem Brut­nest der unte­ren Zar­ge haben die Bie­nen begon­nen, eine Mit­tel­wand aus­zu­bau­en. Ansons­ten so gut wie unbe­rühr­te Mittelwände.

Damit ist wohl mein — zuge­ge­ben unrea­lis­ti­scher — Traum von einer Honig­ern­te in der ers­ten Sai­son mei­nes Able­gers geplatzt. Es steht zwar noch die Lin­den­blü­te vor der Tür, aber ich glau­be nicht mehr, dass das Volk noch so wächst, dass mehr als der not­wen­di­ge Win­ter­vor­rat der Bie­nen an Honig zusammenkommt.

Hät­te ich doch gleich zufüt­tern sollen?

Wo ist die Königin?

Eigent­lich hät­te mir das schon bei der ers­ten Durch­sicht auf­fal­len müs­sen: rein rech­ne­risch dürf­te ich selbst jetzt noch gar kei­ne fri­sche, geschwei­ge denn ver­de­ckel­te Brut haben. Eine Köni­gin braucht 16 Tage zum Schlüp­fen (3 Tage Ei, 5 Tage Lar­ve, 8 Tage Pup­pe) und wei­te­re ein bis zwei Wochen, um geschlechts­reif zu wer­den, zum Begat­tungs­flug zu star­ten und mit dem Legen zu beginnen.

(Hier eine Über­sicht über die Entwicklungszeiten)

Den Able­ger hat­ten wir am 17. Mai gebil­det. Das bedeu­tet, dass das Volk nach einer guten Woche (also etwa am 25. Mai) brut­frei sein müss­te und frü­hes­tens drei, eher erst vier Wochen danach fri­sche Brut vor­han­den sein dürf­te. Ver­de­ckel­te Brut braucht noch eine wei­te­re Woche , könn­te also frü­hes­tens ab etwa 15. Juni vor­han­den sein.

Bei der Durch­sicht am 31. Mai, zwei Wochen nach Bil­dung des Able­gers, ist sowohl fri­sche als auch ver­de­ckel­te Brut vor­han­den. Das heißt, dass eine Köni­gin im Volk ist, die seit mehr als einer Woche stiftet.

Der Anruf von mei­nem Imker­pa­ten ges­tern bestä­tig­te das dann auch. Sei­ne Durch­sicht des “Spen­der­volks” hat erge­ben, dass es kei­ne fri­sche Brut gibt. Dafür sind aber jede Men­ge Nach­schaf­fungs­zel­len vor­han­den. Wir haben also bei der Bil­dung des Able­gers wohl die Köni­gin mit erwischt, die sich jetzt in mei­nem Able­ger offen­sicht­lich bes­ter Gesund­heit erfreut und aktiv ist.

Für das Spen­der­volk bedeu­tet das eine mehr­wö­chi­ge Brut­pau­se, ein dadurch schwä­che­res Volk und in Fol­ge eine ent­spre­chend gerin­ge­re Honigernte.

Dass wir mit unse­rem unfrei­wii­li­gen Köni­gin­nen-Raub den Schwarm­trieb des Spen­der­vol­kes wohl nach­hal­tig gedämpft haben, ist nur ein schwa­cher Trost.

Ursa­che des gan­zen war, dass wir die Köni­gin nicht sicher erken­nen konn­ten. Sie war (und ist) nicht gezeich­net, was das Erken­nen bei voll besetz­ten Waben sehr schwer macht. Eigent­lich woll­te ich mir eben­so den Auf­wand und die Auf­re­gung, die die Zeich­nung für Volk und Köni­gin bedeu­ten, spa­ren. Nach die­ser Akti­on gerät mein Ent­schluss aber in’s Wanken.

Erste Durchsicht

Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch, zwei Wochen nach Bil­dung des Able­gers, war mein Imker­pa­te bei mir am Stand und hat mit mir die ers­te Durch­sicht gemacht. Das Volk hat sich präch­tig entwickelt!

Mini-Durchsicht

Wir haben nur eini­ge Waben gezo­gen, um nicht zu viel Unru­he zu erzeu­gen. Es waren 7 Waben voll besetzt, davon min­des­tens 2 fast voll­stän­dig ver­de­ckel­te Brut­waben. Da ist also in den nächs­ten Tagen mit kräf­ti­gem Zuwachs zu rechnen!

Wir haben dann den zwei­ten Brut­raum auf­ge­setzt. Er ist man­gels aus­ge­bau­ter Waben voll­stän­dig mit Mit­tel­wän­den aus­ge­stat­tet. Eigent­lich woll­te ich auch einen Bau­rah­men für Droh­nen­brut ein­hän­gen, aber die Rähm­chen-Lie­fe­rung kam lei­der nicht recht­zei­tig an.

Flugloch auf!

Am nächs­ten Mor­gen habe ich dann auch die Flug­loch­ein­engung  kom­plett her­aus­ge­nom­men, nach­dem ich das Flug­loch eine Woche zuvor schon ver­grö­ßert hat­te. Der Flug­ver­kehr hat­te in den war­men Tagen ste­tig zuge­nom­men und schon wie­der zu klei­nen Staus am Flug­loch geführt. Sogar heu­te, wo es in Ber­lin immer wie­der reg­net, sind die Bie­nen unter­wegs, kaum weni­ger als an den tro­cke­nen Tagen.

Die nächs­te Kon­trol­le mache ich dann Mit­te nächs­ter Woche. Ein kur­zer Blick von oben auf den zwei­ten Brut­raum muss genü­gen, um zu sehen, inwie­weit er schon gefüllt wur­de. Wenn er zügig aus­ge­baut wird, kann ich viel­leicht schon bald den Honig­raum auf­set­zen und kom­me doch schon in die­ser ers­ten Sai­son zu mei­nem ers­ten Honig!

Flugverkehr

FlugverkehrDie Bie­nen ste­hen jetzt fast eine Woche im Gar­ten und flie­gen flei­ßig. Auf dem Bild erkennt man, dass sie Pol­len ein­tra­gen. Es gibt also Flug­ver­kehr und sie füt­tern die Brut — prima!

Ein Blick von unten durch das Git­ter (ich will das Volk jetzt noch nicht mit einer regu­lä­ren Durch­sicht stö­ren) zeigt, dass sich die Bie­nen schein­bar schon kräf­tig ver­mehrt haben. In allen Waben­gas­sen sind Bie­nen zu sehen — in der Mit­te natür­lich deut­lich mehr als außen, aber auch die äuße­ren Mit­tel­wän­de wer­den wohl schon ausgebaut.

Gegen den Durst

Das Was­ser-Ange­bot wird gut ange­nom­men. Ich habe neben die Beu­te eine Zink­wan­ne auf­ge­stellt, deren Boden ich mit gro­ßen Feld­stei­nen belegt und bis etwa 2/3 der Höhe der Stei­ne mit Was­ser auf­ge­füllt habe. So kön­nen die Bie­nen von den Stei­nen aus gefahr­los das Was­ser errei­chen, was sie jetzt auch in gro­ßer Zahl tun.

Flugloch erweitern?

Der Flug­ver­kehr ist bei dem jetzt end­lich herr­schen­den war­men Wet­ter oft wirk­lich leb­haft. An dem klei­nen Flug­loch wird es dann schon recht eng. Ich hat­te schon an Erwei­tern gedacht, aber mein Imker­pa­te rät, die etwas käl­te­ren Tage bis zum Wochen­en­de noch abzu­war­ten. Erst danach kann ich auf das etwas grö­ße­re, mit­ti­ge Flug­loch umstellen.

Wäh­rend ich mich also in Geduld üben muss (was mir als Anfän­ger sehr schwer fällt), habe ich mir noch etwas Lite­ra­tur bestellt. Das Buch “Ein­fach Imkern” von Dr. Lie­big scheint ja so etwas wie das Stan­dard­werk der Maga­zin-Imker zu sein. Es ist schon 1998 erschie­nen und wird aktu­ell nur noch als Rest­ex­em­plar der 3. Auf­la­ge von 2011 ver­trie­ben, teil­wei­se zu hor­ren­den Prei­sen. Ich habe noch eines zum regu­lä­ren Preis von 19,80€ erwischt (Klick auf das Cover-Bild auf der Lite­ra­tur­sei­te) und las­se euch nach dem Lesen wis­sen, ob sich der Kauf lohnt.

Ankunft: Hurra, sie sind da!

Eigent­lich war ges­tern bloß eine Durch­sicht der Völ­ker mei­nes Imker­pa­ten ange­setzt. Ein Volk war aber schon recht stark und wir fan­den unver­de­ckel­te Weiselzellen.

Also zogen wir das Bil­den eines Able­gers vor. Zwei Waben mit fri­scher Brut und zwei Honig­wa­ben zogen in den Brut­raum mei­ner Beu­te, die ich in wei­ser Vor­aus­sicht schon mit­ge­bracht hatte.

Flug­loch ver­schlos­sen, Deckel mit Gurt gesi­chert und ab zum etwa 10km ent­fern­ten neu­en Stand­ort. Nach der Ankunft war zunächst eini­ge Stun­den nur das Sum­men im Kas­ten zu hören, und ich wur­de schon unru­hig, weil es kei­nen Flug­be­trieb gab.

Abends flo­gen dann doch noch die ers­ten muti­gen Bie­nen aus, und heu­te Nach­mit­tag ist schon so viel Ver­kehr, dass ich über das Ver­grö­ßern des Flug­lochs nach­den­ke. Weil aber für das Wochen­en­de wie­der käl­te­res Wet­ter ange­sagt ist, belas­se ich es erst­mal dabei.

Hier ein Film­chen der ers­ten zag­haf­ten Flug­ver­su­che von heu­te Morgen.

Ablegerkiste

In ein bis zwei Wochen wird mein Able­ger gebil­det. Beim Imker­kurs am letz­ten Wochen­en­de haben wir gese­hen, wie das abläuft. Das Rähm­chen mit der Wei­sel­zel­le zog mit­samt einer Honig­wa­be, einer Pol­len­wa­be und zwei Leer­wa­ben direkt in die lee­re Dadant-Beu­te des Jun­gim­kers. Aus­maß und Gewicht einer sol­chen Beu­te sind schon bemerkenswert.

Ein­fa­cher ist es, den Able­ger zunächst in eine spe­zi­el­le Able­ger­kis­te zu set­zen. Sie kann nur 4 oder 5 Rähm­chen auf­neh­men, ist dadurch klei­ner und leich­ter als eine Stan­dard­beu­te und lässt sich bes­ser trans­por­tie­ren. Auf einen auf­wän­di­gen Git­ter­bo­den wird meist ver­zich­tet, weil die Bie­nen sich nur kur­ze Zeit dar­in aufhalten.

Selbst bauen spart Kosten

Beim Imker­be­darf kos­tet so ein Kas­ten trotz­dem gern fast 50 Euro. Mit etwas Holz und Geschick kann man sie aber auch pro­blem­los für 10–15 Euro Mate­ri­al­kos­ten selbst bauen.

Ablegerkasten für 4 Zander-Rähmchen
Able­ger­kas­ten für 4 Zander-Rähmchen

Die Imker­zei­tung ADIZ hat dafür schon 2011 eine Bau­an­lei­tung ver­öf­fent­licht. Statt der dort ver­wen­de­ten 20mm star­ken Holz­plat­ten kann man auch die gän­gi­gen 18mm-Leim­holz­plat­ten ver­wen­den. Die bekommt man rela­tiv güns­tig in fast jedem Bau­markt. Es müs­sen ledig­lich die Maße der Boden- und Sei­ten­tei­le leicht ange­passt werden.

Für Belüf­tung sorgt ein Loch in der Rück­wand, über das bie­nen­si­che­res Git­ter getackert wird. Das Flug­loch erhält noch einen fle­xi­blen Ver­schluss, z.B. durch eine EWK Flug­loch­ro­set­te. Die genau­en Maße des Flug­loch rich­ten sich nach die­sem Verschluss.

Alle Ver­bin­dun­gen sind geschraubt, nicht ver­klebt. So kann man eine geris­se­ne Plat­te auch mal leicht aus­tau­schen. Unten die Mate­ri­al-Stück­lis­te und eine Explosionszeichnung.

Stückliste Ablegerkasten

AnzahlBezeich­nungMate­ri­alMaße
2Boden und DeckelLeim­holz 18mm516 x 206 mm
2Sei­ten­tei­le516 x 245 mm
2Vor­der- und Rückseite170 x 225 mm
2Griff­leis­ten170 x 50 mm
1Belüf­tungs­de­ckelSperr­holz 4 mm100 x 100 mm
1Git­terMetall­ge­flecht, bienendicht100 x 100 mm
2Klemm­fe­dern für Belüftungsdeckel
1Flug­loch­ver­schluss
22Holz­schrau­ben4 x 35 mm
Ablegerkasten
Able­ger­kas­ten

Bau­an­lei­tung